Dieses Jazz-Trio ist kein Ensemble – es ist ein pulsierender Organismus. Henning Dampel lässt seine Finger über die Tasten tanzen, als würde er Sonnenuntergänge malen und Stürme heraufbeschwören. Seine Kompositionen atmen die Atmosphäre balladiger Melancholie, elektrisieren mit funkiger Energie und glühen in den Farben karibischer Nächte. Andreas Schnell, der Bass-Poet, formt Linien, die sich durch das Stück schlängeln, tanzen und singen. Seine Soli sind wie Geschichten, die einen Augenblick innehalten, bevor sie wieder in den Fluss der Musik eintauchen. Und dann Bernward Schäfer, der Architekt des Rhythmus. Seine Schläge sind wie Herzschläge eines ungezähmten Wesens, mal erdig, mal unberechenbar – immer lebendig. Dieses Trio ist mehr als harmonische Musik: Es ist ein Erlebnis.
Freuen Sie sich auf einen entspannten Nachmittag mit feiner Livemusik und Kaffee und Kuchen von den Weidacher Landfrauen.
Ort: Open-Air-Bühne im Hinterhof der Villa Lindenhof, Lindenhof 2, 89134 Blaustein/ Bei Schlechtwetter: Aula der Lindenhofschule, Lindenhof 3, 89134 Blaustein
Spuk in der Villa (anstelle des Literaturtee „Wald“)
Die Nacht bricht immer früher herein, Nebelschwaden ziehen auf – und nicht nur die kühle Luft sorgt für Gänsehaut. Genau die richtige Zeit also, sich dem Unheimlichen in der Literatur zu widmen. Anna Kalmbach und Franzi Pentz von der Aegis Buchhandlung Söflingen haben schauerliche Texte aus der Weltliteratur zusammengetragen und lesen diese, begleitet von passenden Getränken und kleinen Snacks, in den stimmungsvollen Gemäuern der Villa Lindenhof.
Ort: Säulenhalle der Villa Lindenhof, Lindenhof 2, 89134 Blaustein
Eine Teatime der besonderen Art: Anna Kalmbach und Maria-Bettina Eich von der Buchhandlung Aegis Söflingen servieren Tee, Prosecco und kleine Snacks zusammen mit literarischen Perlen der 1920er-Jahre. In diesem legendären Jahrzehnt, in dem man sich adrenalingetränkt durch die modernen Großstädte bewegte, in denen das Leben bei mondänen Partys und Tanztees gefeiert wurde, gerieten eine Menge verkrustete gesellschaftliche Strukturen in Bewegung. Nicht zuletzt für die Frauen, die plötzlich erstaunlich unabhängig waren in Lebensführung und Kleidungsstil. Einen Abend lang wollen wir gemeinsam die Literatur dieser Zeit genießen, uns in die brodelnde Atmosphäre der Zwanziger versetzen und von den dynamischen Ideen des Jahrzehnts inspirieren lassen.
Ort: Bel Etage der Villa Lindenhof, Lindenhof 2, 89134 Blaustein
Wenige Aspekte aus dem Leben Erwin Rommels werden bis heute so kontrovers diskutiert, wie die Frage nach seiner Teilnahme am Umsturzversuch vom 20. Juli 1944. Und wenige Aspekte dürften im Gegensatz etwa zu den militärischen Erfolgen Rommels bis heute eine gewisse gesellschaftliche Relevanz besitzen, gerade auch weil Rommel zuvor ein glühender Anhänger Hitlers gewesen war. Der Vortrag geht den entscheidenden Fragen auf den Grund: Was ist bis heute über Rommels Bereitschaft bekannt, die Verschwörung gegen Hitler zu unterstützen; was sind die wichtigsten Wendepunkte auf dem Weg der Abkehr von dem Diktator, welche Quellen stützen Rommels Teilnahme am Widerstand gegen Hitler, welche sprechen dagegen. Wie ist Rommels Haltung vor dem Hintergrund seiner langjährigen Zustimmung zum System zu bewerten. Und warum tun die Deutschen sich bis heute so schwer anzuerkennen, dass Rommel auch ein Widerständler war.
Eine Voranmeldung per E-Mail unter veranstaltung@blaustein.de ist aufgrund der begrenzten Platzkapazität empfehlenswert.
Maurice Philip Remy
Der renommierte Münchner Dokumentarfilmer und Autor Maurice Philip Remy, 61, zeichnet für etliche überwiegend zeitgeschichtliche Dokumentarfilme und Serien verantwortlich, die weltweit ausgestrahlt wurden und zahlreiche Auszeichnungen erhielten. Zu seinen Arbeiten gehören unter anderem die Serie „Holokaust“ für das ZDF, sowie die Serien „Offiziere gegen Hitler“ und „Mythos Rommel“ für die ARD. Das gleichnamige Sachbuch zu der erfolgreichen Rommel-Doku gilt bis heute als Standardwerk zum Leben des Generalfeldmarschalls. Zu seinen jüngeren Arbeiten gehören sorgfältig recherchierte Rekonstruktionen des Münchner Kunstskandals um Cornelius Gurlitt, sowie der Entlassung des Leiters der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen Hubertus Knabe.
Dr. Wolfgang Proske: „Die Konservierung des Mythos Rommel: Traditionspflege im Sog von Geschichtspolitik“
Nach Jahrzehnten des Rummels um Rommel ist es ruhiger geworden um den Wehrmachtsgeneral. Über Jahrzehnte wurde er zum „Nationalheros“ hochstilisiert, doch heute verdunstet mit den historischen Erkenntnisfortschritten das öffentliche Interesse an ihm mehr und mehr.
Aus welchen Gründen bastelte die Kriegsgeneration derart intensiv am Mythos Rommel? Warum sind die Legenden um Rommel weitgehend dekonstruiert und entschärft worden? Was können wir aus den Kontroversen um seine Person lernen?
Eine Voranmeldung per E-Mail unter veranstaltung@blaustein.de ist aufgrund der begrenzten Platzkapazität empfehlenswert.
Dr. Wolfgang Proske
*1954 in Kelheim/Donau, Dr. phil., Lehrer und Diplom-Sozialwissenschaftler. 1977–2018 Lehrer in Bayern und Baden-Württemberg, zuletzt 2009–2018 Geschichtslehrer am Abendgymnasium Ostwürttemberg. Studium in Regensburg, Aachen und Bremen, 1984 Diplom zur politischen Psychologie der Apartheid in Südafrika, 1989 Promotion bei Prof. Dr. Imanuel Geiss und Prof. Dr. Horst Gründer über das Scheitern einer evangelischen Missionsgesellschaft im Betschuanaland des 19. Jahrhunderts. 1980–1982 Entwicklungshelfer für den Deutschen Entwicklungsdienst in Botswana, 1994–1996 Leiter der Deutschen Schule Tripolis in Libyen. 2010 Herausgeber und Autor der Buchreihe „Täter Helfer Trittbrettfahrer“, u.a. befasst mit dem Fall Erwin Rommel. Begründete 2014 den Kugelberg Verlag. 2019 Rahel-Straus-Preis des Vereins „Gegen Vergessen, für Demokratie“, 2021 Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg.
Erstaunlich, was so alles über die Gruppe 47 gesagt und geschrieben wurde!
Von »…legendenumwobene…«, »prägte die neue deutsche Nachkriegsliteratur…«, »mafiöser Medienfilz« bis hin zu »Unverschämtheit der sogenannten jungen Generation…«, »unmoralisches Wohlsein…«, »bolschewistisch«, »…dreiste Schnauze…« (Thomas Mann!! 1954).
Hans Fischer wird in dieser Veranstaltung der Frage nachgehen, warum die Gruppe 47 offensichtlich, im Positiven wie im Negativen, als so bedeutend angesehen wurde.
Vor allem aber wird er nicht nur über Literatur sprechen, sondern sie auch selbst sprechen lassen.
(Im November 1947 war Herrlingen der zweite Tagungsort der Gruppe 47).
Anmeldung erforderlich, über die VH im Alb-Donaukreis, Kurs Nr. 24 F1504010
Im wunderschönen Ambiente des Lindenhofparks an einer langen Tafel oder auf der eigenen Picknickdecke mit Freunden, Bekannten, Nachbarn schöne Stunden verbringen – mit neuen Menschen ins Gespräch kommen – selber mitgebrachtes Essen gemeinsam genießen – dazu musikalische Untermalung und Spielangebote für Kinder: Die Stadt Blaustein freut sich auf Ihren Besuch bei der Weißen Tafel!
Sie kennen das Museum Lebenslinien in der Jugendstilvilla Lindenhof noch nicht? Dann schließen Sie sich gerne unserer 30-minütigen öffentlichen Führung am Sonntag, 19. Oktober 2025 um 15 Uhr an. Von einer/m unserer Museumsführer/innen erfahren Sie, was Herrlingen in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem „Brennpunkt der Geschichte “ machte. Es erwarten Sie Informationen zu Architekturgeschichte (Jugendstil), Industriegeschichte (Familie Wieland), jüdischer Geschichte, wegweisender Reformpädagogik, Nationalsozialistischer Zwangsherrschaft, Militärgeschichte (Rommel) und Literaturgeschichte nach dem 2. Weltkrieg (Gruppe 47).
Nach der Führung besteht die Möglichkeit, noch selbstständig die Ausstellung zu erkunden.
Offene Jugendstil-Führung durch die Villa Lindenhof
Sie kennen die Villa Lindenhof noch nicht? Dann schließen Sie sich gerne unserer 45-minütigen öffentlichen Jugendstil- Führung an. Martha Weggenmann, Innenarchitektin und Gästeführerin, zeigt Ihnen die Highlights der wunderschönen Villa Lindenhof, die von dem bekannten Architekten und Künstler Richard Riemerschmid für den Industriellen Max Wieland erbaut wurde.
Nach der Führung besteht die Möglichkeit, die Ausstellung „Lebenslinien“ in der Villa Lindenhof zu besuchen
Treffpunkt: Museumseingang an der Villa Lindenhof, Lindenhof 2, 89134 Blaustein
Findet wetterbedingt in der Aula der Lindenhofschule statt. Tickets sind noch an der Abendkasse erhältlich (ab 19 Uhr)
SKAN – das ist die erste Silbe des Wortes Skandinavien. Und der Name ist Programm: Die gebürtige Dänin Lea Knudsen (Gesang) und die Ulmer Musiker Dieter Kraus (Saxofon) und Bernhard Sinz (Piano) widmen sich musikalisch dem Norden Europas und stellen – passend zur Mittsommernachtswende – skandinavische Stücke in den Mittelpunkt ihres Programms. Ob zart und verletzlich oder mit jazzig-rauchigem Timbre: Die drei erzeugen Spannung und Gänsehautmomente und verkörpern ein vollständiges Eintauchen in die Musik.
OpenAir-Bühne Hinterhof Villa Lindenhof /
Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung in die Aula der Lindenhofschule verlegt.
VVK 16,- EUR, AK 18,- EUR
Tickets:
Ortsverwaltung Herrlingen (Mo, Do, Fr 8-12 und Di 14-18 Uhr)
Stadtbücherei Blaustein (Di-Fr 10-12 und 14-18 Uhr)