Das Museum

Lebenslinien – Historische Persönlichkeiten in Herrlingen

Philipp Jakob Wielands Landhaus in Herrlingen, August 1873

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Blausteiner Teilort Herrlingen die Wohn- und Wirkungsstätte einiger historisch bedeutsamer und zugleich höchst gegensätzlicher Persönlichkeiten.

Die neu konzipierte Dauerausstellung erinnert an diese Menschen und präsentiert sie angemessen. Sie schildert mit modernster Ausstellungstechnik ihr Leben und Wirken vor dem Hintergrund der wechselvollen gesellschafts- und weltpolitischen Ereignisse der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Kaiserreich, Weimarer Republik und nationalsozialistische Gewaltherrschaft werden so auf lokaler Ebene in zahlreichen Facetten sichtbar gemacht.
Hugo Rosenthal (1887-1980)

zionistisch orientierter Pädagoge, er führte nach Anna Essingers Weggang ab Oktober 1933 das Landschulheim als jüdische Privatschule weiter. Rosenthal verstand es, jüdisch-traditionelles, zionistisches und am Humanismus orientiertes Denken zu einem zukunftsorientierten Pädagogikkonzept zu verbinden. 1939 löste er die Schule auf und verließ Herrlingen in Richtung Palästina.

Das Jüdische Altersheim (1939-1942)

wurde 1939 in den Räumlichkeiten des aufgelösten Jüdischen Landschulheims eingerichtet. 1941 lebten dort auf engstem Raum 150 zwangseingewiesene jüdische Senioren aus vielen Teilen Baden-Württembergs. Zwangsaltersheime wie in Herrlingen wurden im ganzen Reichsgebiet eingerichtet, um einen möglichst unauffälligen Transport in die Konzentrationslager gewährleisten zu können.

Erwin Rommel (1891-1944)

Generalfeldmarschall Erwin Rommel zog im Oktober 1943 von Wiener Neustadt nach Herrlingen, um seine Familie vor der heranrückenden Sowjetarmee in Sicherheit zu bringen. Rommel hielt sich zunächst an verschiedenen Kriegsschauplätzen auf. Nach seiner Verwundung an der Westfront kam er im Spätsommer 1944 zu einem Genesungsurlaub nach Herrlingen. Wegen seiner Kontakte zum Verschwörerkreis des 20. Juli 1944 bei Hitler in Ungnade gefallen, wurde er am 14. Oktober in Herrlingen vor die Wahl gestellt: Volksgerichtshof oder Suizid. Um seine Familie vor Repressalien zu schützen, entschied er sich für den Tod.

Gruppe 47, 2. Treffen

Deutsche Schriftstellergruppe, die sich von 1947 bis 1967 auf Einladung des Schriftstellers Hans Werner Richter an verschiedenen Orten in Deutschland traf – mit der Absicht, die deutsche Sprache von den nationalsozialistischen Einflüssen zu befreien und dadurch die Erneuerung der Literatur in der Nachkriegszeit einzuleiten. Das zweite Treffen fand vom 7.-9. November 1947 im Haus „Waldfrieden“ in Herrlingen statt.

Hugo Rosenthal (1887-1980)

Ab 1892 Leiter der Wieland-Werke, die von seinem Vater, dem Ulmer Glockengießer Philipp Jakob Wieland, gegründet wurden. Der Familientradition folgend, gab Max R. Wieland 1904 den Auftrag zum Bau eines Landhauses in Herrlingen, der Villa Lindenhof. Herrlingen war wegen seiner idyllischen Lage und Nähe zur Stadt Ulm beliebte Sommerfrische wohlhabender Ulmer Bürger.

Das Jüdische Altersheim (1939-1942)

Ab 1892 Leiter der Wieland-Werke, die von seinem Vater, dem Ulmer Glockengießer Philipp Jakob Wieland, gegründet wurden. Der Familientradition folgend, gab Max R. Wieland 1904 den Auftrag zum Bau eines Landhauses in Herrlingen, der Villa Lindenhof. Herrlingen war wegen seiner idyllischen Lage und Nähe zur Stadt Ulm beliebte Sommerfrische wohlhabender Ulmer Bürger.

Erwin Rommel (1891-1944)

Ab 1892 Leiter der Wieland-Werke, die von seinem Vater, dem Ulmer Glockengießer Philipp Jakob Wieland, gegründet wurden. Der Familientradition folgend, gab Max R. Wieland 1904 den Auftrag zum Bau eines Landhauses in Herrlingen, der Villa Lindenhof. Herrlingen war wegen seiner idyllischen Lage und Nähe zur Stadt Ulm beliebte Sommerfrische wohlhabender Ulmer Bürger.

Gruppe 47, 2. Treffen

Ab 1892 Leiter der Wieland-Werke, die von seinem Vater, dem Ulmer Glockengießer Philipp Jakob Wieland, gegründet wurden. Der Familientradition folgend, gab Max R. Wieland 1904 den Auftrag zum Bau eines Landhauses in Herrlingen, der Villa Lindenhof. Herrlingen war wegen seiner idyllischen Lage und Nähe zur Stadt Ulm beliebte Sommerfrische wohlhabender Ulmer Bürger.

Max R. Wieland (1867-1935)

Ab 1892 Leiter der Wieland-Werke, die von seinem Vater, dem Ulmer Glockengießer Philipp Jakob Wieland, gegründet wurden. Der Familientradition folgend, gab Max R. Wieland 1904 den Auftrag zum Bau eines Landhauses in Herrlingen, der Villa Lindenhof. Herrlingen war wegen seiner idyllischen Lage und Nähe zur Stadt Ulm beliebte Sommerfrische wohlhabender Ulmer                                            Bürger.

Richard Riemerschmid (1868-1957)

Bedeutender Jugendstil-Architekt aus München. Er entwarf und erbaute 1905-1906 die Villa Lindenhof. Zusammen mit der ebenfalls von ihm entworfenen Ulmer Stadtvilla (heute Südwestpresse-Gebäude) gehört sie zu den bedeutendsten Jugendstilgebäuden in der Region. Der Bau in Herrlingen erscheint in einer Sachlichkeit und Funktionalität, die den Jugendstil fast schon hinter sich lässt.

Gertrud Kantorowicz (1876-1945)

, war eine deutsche Kunsthistorikerin, Lyrikerin, Übersetzerin und Philosophin. Sie gehörte zu den ersten promovierten Kunsthistorikerinnen in Deutschland. Mit der Tochter Angela, die aus der Beziehung mit dem Philosophen und Soziologen Georg Simmel hervorging, lebte sie 1921-1926 in Herrlingen.

Klara Weimersheimer (1883-1963)

Stammt aus der jüdischen Familie Essinger und gründete 1912 ein Kinderheim in Herrlingen, in dem psychisch labile, schwer erziehbare und zurückgebliebene Kinder bis zum schulpflichtigen Alter nach reformpädagogischen Grundsätzen erzogen wurden. Als 1936 das Heim geschlossen werden musste, wanderte Klara Weimersheimer nach Palästina aus und gründete dort ein neues Kinderheim.

Anna Essinger (1879-1960)

gründete 1926 das reformpädagogische Landschulheim Herrlingen. Die neue Schule markierte eine für ganz Deutschland bedeutsame Sternstunde der Reformpädagogik. Mit einer angstfreien Erziehung, Unterricht in kleinen Gruppen und einer familienähnlichen Atmosphäre wurde Neuland betreten. 1933 fasste sie den mutigen und weitsichtigen Entschluss, mit Lehrern und Kindern nach Südengland auszuwandern, wo sie in Bunce Court die „New Herrlingen Country Home School“ aufbaute.

Käthe Hamburg (1893-1951)

jüdische Mathematikerin und Philosophin, Lehrerin nach reformpädagogischen Grundsätzen. Sie übersiedelte 1927 mit sechs Pflegekindern aus dem Schwarzwald nach Herrlingen und betrieb dort bis 1939 das sog. „Waldheim“. Im Landschulheim von Anna Essinger unterrichtete sie Mathematik. 1939 zog die jüdische Käthe Hamburg nach England, wo sie in Anna Essingers „New Herrlingen School“ unterrichtete.

Öffnungszeiten & Eintritt

Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat

von 14 bis 17 Uhr

geöffnet

Erwachsene 3 € 

Jugendliche und Studenten 1 € 

bis 16 Jahre Eintritt frei


Wegen der aktuell geltenden Abstandsregelungen ist die max. Besucherzahl begrenzt. Es gilt die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg. 

Führungen

Führungen durch die Ausstellung sowie die Villa und das Lindenhofareal sind auf Anfrage möglich.


Termine können über die Ortsverwaltung Herrlingen,

Tel. 07304/7044 bzw. per E-Mail ovherrlingen@blaustein.de gebucht werden.


Museumsführungen
35 € pauschal (kein zusätzlicher Einzeleintritt)
20 € für Schulklassen (kein zusätzlicher Einzeleintritt); Führungen zu Schulzeiten möglich


Führungen Villa und Lindenhofareal

35 € pauschal
Kombiführungen Museum, Villa & Areal: 60 € (kein zusätzlicher Einzeleintritt)


Wanderweg in Herrlingen

Der Bergrücken rund um die Villa lädt auf einem Rundweg mit sechs Stationen dazu ein, auf den Spuren der Persönlichkeiten zu wandeln.

1  Lindenhofvilla (Wieland/Riemerschmid)

2  Gertrud Kantorowicz, Erwin Rommel

2a  Anna Essinger

2b  Hugo Rosenthal

3  Jüdisches Altersheim

4  Haus Waldfrieden (Tagungsort der Gruppe 47)

5  Käthe Hamburg

6  Claire Weimersheimer

Einige Eindrücke von der Villa Lindenhof

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